Basiserziehung

10 elementare Regeln für die Hundeerziehung

Zuneigung
1. Die richtige Zeit für Zuneigung ist nach einem Spaziergang, nach einer Mahlzeit, wenn der Hund einem Hör- bzw. Sichtzeichen gehorcht oder unerwünschtes Verhalten aufgibt. Niemals, wenn er hochspringt und um Zärtlichkeit bettelt, wenn er ängstlich, nervös oder aufgeregt ist. Nur einen ruhigen und gehorsamen Hund sollte man streicheln oder massieren, beides sind begehrte Belohnungen.

Abschied und Begrüßung
2. Es ist ein Fehler, aus dem Abschied und der Begrüßung eine große Aktion zu machen. Ekstatische Begrüßungsrituale agitieren den Hund und machen die Abwesenheit des Besitzers umso deutlicher. Bei Tieren, die schwer allein sein können, sollte man ohne viel Aufhebens häufiger kurzfristig das Haus verlassen und zurückkommen, ehe man tatsächlich für eine längere Zeit verschwindet.

Rute hoch - Kopf hoch
3. Selbstbewusstsein baut man auf, indem man den Hund Situationen aussetzt, vor denen er sich fürchtet, einem dunklen Flur zum Beispiel, durch den man gemeinsam geht, so dass er am anderen Ende stolz hervorgeht. Angst lässt sich nur durch die Konfrontation mit dem Auslöser überwinden. Bei Hunden mit wenig Selbstbewusstsein hilft es, den Schwanz etwas anzuheben, so wie eine gerade Haltung dem menschlichen Rudelführer Kraft gibt, auch wenn er sich im Innern schwach fühlt.

Richtiges Trösten
4. Ängstliches Verhalten darf bei allem Mitgefühl nie mit Liebkosungen belohnt werden. Millans Credo: Hunde brauchen Führung, bevor sie Liebe brauchen. Wenn er sich versteckt, beißt - keine Gnade! Besser warten, bis er sich beruhigt und auf einen zukommt. Oder man holt ihn ruhig aus der Situation.

Inneren Schweinehund besiegen
5. Viele dulden oft die Ungezogenheiten ihres Hundes, weil sie sich mit seiner rebellischen Seite identifizieren, die sie selbst nicht ausleben, und vermeiden es, das Tier zu erziehen.

Bewegung schafft Ausgeglichenheit
6. Ein langer, vitaler Spaziergang beruhigt alle nervösen Energien, leert die Blase, festigt die Beziehung zwischen Mensch und Tier. Vor jeder Reise, jedem Tierarztbesuch ist ein anstrengender Marsch die Voraussetzung für ein entspanntes Tier. Nie darf der Hund vor seinem Besitzer herlaufen oder gar an der Leine ziehen — mangelnde Bewegung führt unweigerlich zu Frustrationen.

Ruhe erzielen
7. Bei besonders rastlosen Hunden empfiehlt es sich, dem Tier einen speziellen Rucksack, etwa aus dem Trekkingbedarf, anzulegen, der, mit Gewichten gefüllt, ungefähr zehn bis zwanzig Prozent seines Körpergewichts ausmachen sollte. Je schwerer sich ein rastloses Tier dadurch fühlt, desto ruhiger wird es zwangsweise werden und sein Verhalten umstellen.

Sicherheit vermitteln
8. Soziales Verhalten auf der Hundewiese oder im Park lässt sich verbessern, wenn der Hund einen langen Spaziergang hinter sich hat. Wenn er in Gesellschaft anderer Hunde aufgeregt wird und aggressives oder ängstliches Verhalten zeigt, sollte man ihn in keinem Fall beschützen. Nie darf er sich hinter seinem Besitzer verstecken.

Nähe verschenken
9. Ein Hund braucht selten Belohnungen wie Leckerchen oder Geschenke — die größte Freude besteht darin, mit seinem Rudelführer zusammenzusein. Das gilt für Hunde genauso wie für Kinder.

Eindeutig werden
10. Es ist immer besser, einen einfachen, eindringlichen Laut zu finden, zum Beispiel „Tssst", als auf den Hund pausenlos einzureden. Ein klarer, knapper Ton kann ihn viel besser aus einem Verhalten herausreißen als langes Palavern.

Wichtige Erziehungsgrundsätze

Bezugsperson: Der Junghund hat das Bestreben, sich einer starken (= konsequenten) Bezugsperson unterzuordnen. Die Erziehung darf nur in den Händen dieser einen Person liegen. Fühlt er sich an eine Bezugsperson gebunden, wird er im Ernstfall alle zu ihr gehörigen Personen beschützen und verteidigen, auch wenn er sich ihnen sonst nicht als folgsam erweist. Findet der Hund keine ihm geeignet erscheinende Bezugsperson, wird er sich nicht unterordnen, d. h., er verweigert den Gehorsam. In solchen Fällen konkurrieren zwei oder mehr Personen bei der Erziehung, das verwirrt den Hund, und er wird schwierig. Er versucht die Rudelführung selbst zu übernehmen, - die er dann sogar mit den Zähnen verteidigen wird. Korrekturen: Bei der Ausbildung des Hundes sollen Korrekturen und Lob den Rahmen bilden.

KORREKTUREN STELLEN KEINESFALLS EINE BESTRAFUNG DAR!
Wirke gleichzeitig zum Verhalten des Hundes blitzartig ein! Es ist allgemein bekannt, dass der Hund eine Einwirkung, sei sie positiv oder negativ, nur dann mit seiner Handlung verbindet, wenn sie gleichzeitig zu dieser Handlung erfolgt. Daraus folgt, dass die Einwirkung möglichst schon dann, wenn die Handlung des Hundes einsetzt, kommen muss.
Bitte, schimpfen Sie Ihren Hund nicht aus, drohen Sie nicht mit Strafe oder werden Sie gar böse. Korrekturen sind körperliche Hilfen und Kommandos. Diese sollten emotionslos, ruhig und sachlich angewendet werden. Werden sie aus der Entfernung (lange Leine) angewendet, ist Augenkontakt zu vermeiden. Das hat den Vorteil, dass der Hund sie nicht auf uns bezieht, sondern als von ihm selbst herbeigeführt versteht.
LOB hingegen sollte ausdrucksvoll und (anfangs) sogar überschwänglich sein.

Verbote: Will man einem Hund etwas verbieten, muss man ihm das so deutlich mitteilen, dass er beeindruckt ist. Dies gilt für erwachsene Hunde wie für Welpen. Krabbelt nun unser Kleiner z.B. über die verbotene Schwelle der Küchentür, schieben wir ihn nicht sanft unter langen Erklärungen zurück, sondern werfen ihn buchstäblich mit einem blitzschnellen Klaps raus, wobei wir entweder gar nichts sagen oder kurz und laut "Pfui!" rufen. Der Welpe wird daraufhin etwas erstaunt sein, aber keinesfalls erschrocken, denn ähnliches ist ihm von seiner Mutter schon mehrmals widerfahren. Es wäre jetzt ganz falsch und stellte den Erfolg unserer Aktion in Frage, gingen wir mit Worten im Tone einer Entschuldigung (weil er doch so klein ist) auf ihn ein oder tätschelten und streichelten ihn gar. Wir könnten uns gerade hier darin üben, uns im Gegenteil nach einer Korrektur so unbeteiligt zu verhalten, als gehe uns die Sache überhaupt nichts an. (s. o.)